Eingewöhnung an den neuen Zahnersatz





Bis Sie sich an Ihre neuen Zähne gewöhnt haben, ist ein kleiner Gewöhnungsprozess notwendig, um das Fremdkörpergefühl im Mund zu überwinden.

• Die Zunge hat weniger Bewegungsfreiheit
• Das Sprechen ist ungewohnt
• Man fürchtet sich beim Essen
• Starke Speichelbildung irritiert beim Sprechen



All dies ist völlig normal !



Jetzt geht es vor allem darum, dass Sie möglichst schnell lernen, dieses Fremdkörpergefühl zu überwinden und mit der Prothese ganz selbstverständlich zu leben, wie es vor Ihnen schon Millionen Menschen mit dem gleichen Problem gelungen ist.



So helfen Sie sich selbst:


• Trainieren Sie das Sprechen. Lesen Sie laut vor, üben Sie die Zwischenlaute, telefonieren Sie öfter und sprechen mit Freunden.

• Bei starker Speichelbildung immer kurz vor dem Sprechen schlucken.

• Wählen Sie in den ersten zwei Wochen weiche und zerkleinerte Speisen, die leicht zu kauen sind.

• Beim Abbeißen die Eck- und vorderen Backenzähne benutzen.

• Brötchen, Äpfel und so genannte „Plombenzieher“ zunächst meiden.

• Auf Mohnsamen, Sesam und Kerne anfangs ganz verzichten.

• Beim Essen die Kiefer gleichmäßig belasten.

• Tragen Sie die Prothese ständig, auch während des Schlafens Und denken Sie immer daran: Kein Außenstehender sieht, dass Sie die Prothese tragen. Verhalten Sie sich also ganz normal mit dem Bewusstsein, dass die neuen Zähne Sie jünger und besser aussehen lassen!




So reinigen Sie „die Dritten“




Auch Zahnersatz will gründlich gepflegt werden. Was Sie über Prothesenbürsten, Haftcremes und Reinigungsutensilien wissen sollten:



Wer eine Zahnprothese trägt, braucht sich nicht mehr die Zähne zu putzen? Von wegen! Es stimmt zwar, dass sich am künstlichen Gebiss keine Karies entwickeln kann. Doch Pflege braucht der Zahnersatz trotzdem. Sonst bleiben – genau wie bei „echten“ Zähnen auch – Beläge aus Bakterien und Essensresten an der Oberfläche kleben.


Diese Beläge können, bedingt durch die Aktivität der Bakterien, erstens üblen Mundgeruch verursachen. Zweitens bewirken die Keime, dass sich unter Umständen das Zahnfleisch oder die Mundschleimhaut entzündet. Drittens steigt, für eventuell noch vorhandene Zähne, das Risiko für Karies und Zahnbettentzündungen (Parodontitis) deutlich an. Deshalb starten Sie am besten gleich eine kleine „Putzaktion“. Nehmen Sie dazu die Kunstzähne heraus. Im Mund lassen gilt nicht, denn da können Sie die Unterseite der Prothese nicht richtig reinigen. Lassen Sie etwas Wasser in das Waschbecken ein oder legen es mit einem kleinen Handtuch aus. Fällt der Zahnersatz aus Versehen herunter, geht er so nicht zu Bruch.


Um „die Dritten“ zu putzen, verwenden Sie entweder eine normale Zahnbürste oder eine spezielle Prothesenbürste. Prothesenbürsten haben den Vorteil, dass sie von der Form her dem Zahnersatz angepasst sind und mehr Druck aushalten. Das heißt, Sie gelangen mit den speziellen Bürsten auch an schwierig zu reinigende Stellen. Zudem können Sie das Gebiss effektiver säubern, da diese Bürsten mit eher harten Borsten bestückt sind. Eine weiche Zahnbürste gibt zu sehr nach und nützt sich schnell ab. Aber: Eine Prothesenbürste eignet sich nur für den Zahnersatz! Für die „Echten“ brauchen Sie nach wie vor eine normale Zahnbürste.


Welches „Putzmittel“ Sie einsetzen, dafür existieren die verschiedensten Empfehlungen. Die einen sagen, Zahnpasta sei das einzig Wahre. Die anderen behaupten, Zahnpasta richte die Prothese zugrunde. Geschirrspülmittel eigne sich viel besser. Was stimmt nun? Zahnpasta ist relativ teuer, enthält Fluoride und Putzkörperanteile, die für den Zahnersatz nicht unbedingt von Vorteil sind. ES empfiehlt sich, die Dritten mit flüssiger Handseife oder nur mit handwarmen Wasser zu säubern. Haushaltsreiniger, Scheuer- oder Geschirrspülmittel haben auf dem Kunstgebiss allerdings nichts zu suchen. Kochend heißes Wasser, Essig oder Zitronensäure greifen den Kunststoff an, anstatt das Gebiss zu entkalken.


Wichtig ist, dass Sie den Zahnersatz nach dem Reinigen gründlich mit Wasser abwaschen. Damit beseitigen Sie Seifenreste. Putzen Sie die Prothese am besten nach jeder Mahlzeit, mindestens jedoch zweimal täglich – ganz wie die echten Zähne. Sind Sie unterwegs, spülen Sie die Kunstzähne gründlich unter fließendem Wasser ab. Zusätzlich können Sie die Prothese in Wasser legen und eine spezielle Reinigungstablette dazugeben. Diese Mittel sollen Bakterien beseitigen und hartnäckige Beläge lösen. Sie ersetzen aber nicht die normale Pflege mit einer Zahn- oder Prothesenbürste. Tragen Sie eine Totalprothese im Mund, festigen Sie diese vielleicht mit einem Haftmittel. Trifft das zu, dann achten Sie genau darauf, dass Sie die Haftcreme bei jeder Reinigung vollständig von den Kunstzähnen entfernen. Sonst kleben Speisereste am Haftmittel, was wiederum das Wachstum von Bakterien begünstigt. Mehr Haftmittel bringt übrigens nicht mehr. Im Gegenteil. Eine dicke Schicht aus Paste, Puder oder Gel hält das Gebiss nicht besser, lässt sich dafür aber schwieriger von diesem beseitigen.


Was gibt es sonst noch zu beachten? Eine Prothese übt bei jeder Kaubewegung einen gewissen Druck auf die Mundschleimhaut aus. Dadurch wird die Mundschleimhaut empfindlicher und kann sich eher entzünden. Massieren Sie deshalb das Zahnfleisch einmal täglich mit einer weichen, angefeuchteten Zahnbürste. Das regt die Durchblutung an, beseitigt Speisereste und unerwünschte Keime. Verspüren Sie Schmerzen oder bemerken, dass das Zahnfleisch angeschwollen, gerötet oder anders verfärbt ist beziehungsweise sich die Oberfläche verändert, sollten Sie unbedingt zum Zahnarzt gehen.


Auch wenn die zahntechnischen Versorgung tadellos sitzt, sollten Sie regelmäßig (zweimal pro Jahr) zum Zahnarzt gehen. Dies gilt speziell dann, wenn Sie gewichtsmäßig stark ab- oder zunehmen. Nur wenn Ihre “dritten Zähne” und deren Funktionsfähigkeit regelmäßig überprüft werden, ist die höchstmögliche Lebensdauer von eigenen Zähnen und zahntechnischer Versorgung gewährleistet. Betrachten Sie diese Termine als Wartungstermine, die nötig sind, um Ihnen lange Freude an Ihren “Dritten” zu ermöglichen.